Die Entwicklung der CDU Neckarsteinach

Die Entwicklung der CDU  Neckarsteinach

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und mit der Besetzung Deutschlands durch die Alliierten im Jahre 1945 gab es für die Deutschen zunächst keine Möglichkeit, sich parteipolitisch zu betätigen. In den Städten und Gemeinden wurden von der Besatzungsmacht kommissarische Bürgermeister eingesetzt. Bürger, die nicht Mitglied der NSDAP waren oder die Entnazifizierung bereits hinter sich hatten, halfen, die anfallenden Aufgaben zu bewältigen. So war es auch bei uns in Neckarsteinach.

Die Einwohner waren vorerst nicht an Politik und Parteien interessiert, ihnen ging es damals nur um die schwer zu beschaffenden, allernotwendigsten Dinge des täglichen Lebens. "Hamsterfahrten" gehörten zum gewohnten Erscheinungsbild. Es fuhren nur ganz wenige Züge, vollgestopft mit Menschen und ihren schweren Lasten. Mit alten Fahrrädern und Karren wurden Kartoffeln, Gemüse und alles, was man im Tauschhandel von den Bauern der naheliegenden Odenwalddörfer erwerben  konnte, nach Hause geschleppt. Manch gutes Einrichtungs- und Erinnerungsstück wechselte in dieser Zeit den Besitzer.

Schiffe, die vor Anker lagen, bargen begehrte Artikel wie Kohlen, Zucker, Kartoffelmehl und unraffiniertes Leinöl. Die Bevölkerung pilgerte in Scharen zum Neckarufer, um wenigstens etwas davon zu ergattern. So hatte man auch wieder Tauschwaren, die gegen Wurst, Speck, Tabak und Seife eingehandelt werden konnten.

Kommissarischer Bürgermeister in dieser schlimmern Zeit, unmittelbar nach dem totalen Zusammenbruch, war Peter Olbert.

In dem kleinsten Bereich der Gemeinden sollte nach dem Willen der Militärregierung die erste politische Betätigung für uns Deutsche beginnen. Dazu bedurfte es der Bildung von Parteien. Für die Ausübung der Selbstverwaltung ließ die Militärregierung zunächst nur die SPD und KPD zu. Bei der Besatzungsmacht vertrat man anscheinend die Meinung, dass die Vertreter der SPD und KPD die  einzigen Widerstandskämpfer gegen das Naziregime gewesen seien.

Am 22. Oktober 1945 wurde um die Zulassung der Christlich Demokratischen Union im Kreis Bergstraße bei der Militärregierung in Heppenheim nachgesucht. Den Antrag unterschrieb neben anderen Bürgermeistern des Kreises Bergstraße auch der kommissarische Bürgermeister von Neckarsteinach, Peter Olbert.

Diesen Antrag entschied der amerikanische Major Leggat am 31. Oktober 1945 positiv. Nun konnte am 9. Dezember 1945 im Vereinshaus in Heppenheim die Gründungsversammlung des CDU-Kreisverbandes Bergstraße stattfinden.

Daraufhin waren auch in Neckarsteinach Einwohner bereit, die politische Verantwortung auf christlich demokratischer Grundlage mitzutragen. Als die Besatzungsmacht für den 27. Januar 1946 Kommunalwahlen anordnete, gründeten die folgenden Personen einen CDU-Ortsverband in Neckarsteinach:

Ludwig Olbert, Prokurist
Otto Bartning, Professor
Karl Feuerstein, sen., Malermeister
Karoline Heidenreich, Kauffrau
Jakob Walter, Malermeister
Adam Steigleder, Bäckermeister
Daniel Michel, Lederarbeiter

Zum 1. Vorsitzenden des Ortsverbandes wurde Prof. Otto Bartning gewählt.
Am 27. Januar 1946 fand die Wahl des ersten Stadtparlamentes statt.  Für die CDU konnten Prof. Otto Bartning, Ludwig Olbert und Jakob Walter ein  Mandat erringen.

Für die erste Bürgermeisterwahl am 25. März 1946 stand nur ein Kandidat zur Verfügung. Herr Karl Schmitt, von der SPD vorgeschlagen, wurde einstimmig gewählt.

Ihre vordringlichste Aufgabe sah die CDU in der Beseitigung der Kriegsschäden und insbesondere in der Unterbringung der Heimatvertriebenen. Das hierfür eigens eingerichtete Wohnungsamt hatte eine schwierige Aufgabe zu bewältigen. Es waren oft harte Eingriffe in die Privatsphäre alteingesessener Bürger von Neckarsteinach notwendig. Die Entscheidungen hatte die damalige Gemeindeverwaltung  zu treffen, der eine Wohnungskommission zur Seite stand. Immerhin galt es, für ca. 400 heimatvertriebene Menschen eine würdige Unterkunft zu finden. 1946 betrug die Einwohnerzahl in Neckarsteinach 2618.

Die Ausgabe von Lebensmittelkarten und Bezugscheinen für Kleidung,Wäsche, Schuhe und Möbel oblag der Gemeindeverwaltung. All diese schwer zu treffenden Entscheidungen gingen oft bis an die Grenze der psychischen Belastbarkeit, zumal es immer wieder Unzufriedene gab, die sich benachteiligt fühlten.

Es kam das Jahr 1949, und der erste Deutsche Bundestag wurde gewählt. Die CDU errang auch hier in Neckarsteinach ein beachtliches Ergebnis und konnte wie im Bund die meisten Stimmen für sich gewinnen. CDU, DP und FDP bildeten die Regierung mit Konrad Adenauer als erstem deutschen Bundeskanzler.

Die Kommunalwahl im Jahre 1952 brachte der CDU ein schlechtes Ergebnis. Sie konnte nur zwei Mandate erringen, die von den Herren Karl Walter und Georg Müller wahrgenommen wurden.

Die erste große Versammlung hielt der Ortsverband im Jahre 1953 ab, als der  2. Deutsche Bundestag gewählt wurde. Im überfüllten Saal des Gasthauses "Zum Schiff" sprach der Bundestagskandidat und spätere Außenminister Dr. Heinrich von  Brentano und trat insbesondere für die Freilassung der noch in Rußland festgehaltenen Kriegsgefangenen ein.

In dieser Zeit wuchs die Zahl der Mitglieder dank des unermüdlichen und persönlichen Einsatzes des Vorsitzenden Josef Debo stetig, der es wie kein anderer verstand, die Menschen anzusprechen und sie mit den Ziel- und Wertvorstellungen der Christlich-Demokratischen-Union vertraut zumachen.

Bei der 4. Kommunalwahl am 28. Oktober 1956 konnte die Fraktion der CDU wieder drei Mandate hinzugewinnen. Gewählt wurden: Karl Walter, Josef Debo, Gustav Adolf Lohmann, Otto Mohr und Georg Rolke.

Gleichzeitig wurde Gustav Adolf Lohmann auch in den Kreistag gewählt, dem er bis 1974 angehörte. Am 23. Oktober 1960 wurde die CDU stärkste Fraktion bei der 5. Kommunalwahl.

Bei den nachfolgenden Kommunalwahlen konnte die CDU-Fraktion weitere Mandate hinzugewinnen. Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Neckarsteinach, Darsberg, Grein und Neckarhausen erhöhte sich die Zahl der Mandatsträger im Stadtparlament auf 23. Mit Herbert Komarek und Peter Herrmann stellte die CDU während zwei Legislaturperioden den Stadtverordnetenvorsteher.

Am 13. Januar 1971 trat der CDU-Bürgermeister Josef Kollerer die Nachfolge von Bürgermeister Heinrich Feuerer an. Seitdem begann für Neckarsteinach eine neue Epoche in der Kommunalpolitik. Die beachtlichen Erfolge, die Josef Kollerer in den fast 16 Jahren seiner Amtstätigkeit aufweisen konnte, sind mittlerweile auch vom politischen Gegner unbestritten.

Das Jahr 1971 war geprägt von der Gemeindereform. Im Zuge der Neugliederung wurden in die Stadt zum 1. Oktober die bis dahin selbständigen Gemeinden Darsberg, Grein und Neckarhausen eingegliedert. Diese Gebietsreform brachte das Ergebnis mit sich, dass der bis dahin selbständige CDU-Ortsverband Darsberg in den CDU-Stadtverband Neckarsteinach eingegliedert wurde.

Während in den 50-er Jahren die Hauptaufgabe darin lag, mitzuhelfen die noch in den verschiedenen Lebensbereichen herrschende Not zu lindern, waren die 60-er  und 70-er Jahre gekennzeichnet durch ernorme Aufbauarbeit auch unserer Stadt. Größtes Augenmerk musste neben der allgemeinen Daseinsvorsorge, insbesondere auf  die Beseitigung der Wohnungsnot und damit die Schaffung von Bauplätzen und die Forcierung des Baues von Wohnungen, in erster Linie eigengenutzter Wohnungen, gelegt werden.

In den 80-er und 90-er Jahren war es notwendig, die allgemeine Infrastruktur unsrer Stadt zu verbessern. Neben dem Bau von Straßen musste die Neuordnung der Abwasserbeseitigung mit der Kläranlage durchgeführt werden, ebenso aber auch die Neuordnung der Trinkwasserversorgung, und dies nicht nur für die Kernstadt, sondern auch für die eingemeindeten Stadtteile.

Aber auch andere Bereiche wie Feuerwehr, Sport, Kinderspielplätze, Mehrzweckhalle, Altenwohnheim, Industrieansiedlung und Friedhofsgestaltung wurden und werden besonders gefördert und finden die volle Unterstützung der CDU.

Erinnert sei auch an den Beginn der Stadtsanierung, die gerade für unsere Stadt für die nächsten Jahre große Anstrengungen erfordert, aber auch die Chance bietet, die Unverwechselbarkeit und die Schönheit unseres Städtchens herauszuheben.

Die seit vielen Jahren in der Vorweihnachtszeit stattfindende Altenfeier der Stadt Neckarsteinach geht auf eine Anregung unseres verstorbenen Parteifreundes Daniel Beisel zurück, die dann von den städtischen Gremien aufgenommen und als dauernde Einrichtung beschlossen wurde. Dieses soziale Engagement wird immer wieder positiv und dankbar von unseren älteren Mitbürgern angenommen.

Mit Hilfe unseres Stadtverbandes und insbesondere unserer Vertreter in den städtischen Gremien nahmen wir uns auch immer wieder der heimischen Wirtschaft an, so des Bereiches der Schifffahrt und der übrigen Betriebe, des Handels und des Gewerbes. Unsere Sorge galt auch der Weiterentwicklung der Fremdenverkehrseinrichtungen und des Fremdenverkehrs in unserer Stadt.

Wir sind stolz darauf, dass sich der Stadtverband aus kleinen Anfängen heraus in den vergangenen 40 Jahren zu einer starken politischen Kraft in Neckarsteinach entwickelte und bei wichtigen Entscheidungen maßgebend mitwirkte.

Nach 24 Jahren aktiver Arbeit trat der 1. Vorsitzende Josef Debo am 27.  November 1977 aus Altersgründen von seinem Amt zurück. In der Hauptversammlung am 27.11.77 wurde Erhard Andorf einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. Herr Andorf führte das Amt bis zum 12.11.81

Sein Nachfolger wurde Karlheinz Schulz, der auch in der Jahreshauptversammlung am 1.12.83 als  1.Vorsitzendender des Stadtverbandes einstimmig bestätigt wurde. Weitere Vorsitzende waren in der  Folgezeit - erneut - Herr Andorf sowie Herr Franz Ebert. Gerhard Funck führte den Stadtverband ab November 1989. Nachdem er sein Amt aus beruflichen Gründen niedergelegt hatte, wurde Herr    Dr. Thorsten Seeker im Oktober 1996 zum neuen Vorsitzenden des Stadtverbandes gewählt.        

Seit Januar 2002 führte Herr Karl Hach als Vorsitzender den Stadtverband.

Ab Februar 2004 übernahm Herr Gerhard Funck wieder den Vorsitz. Herr Karl Hach hatte sich nur für 2 Jahre zur Verfügung gestellt und auf seine Wiederwahl verzichtete, da ihm seineArbeit als Stadtverordneter,-seit 1968- als stellv. Stadtverortnetenvorsteher und Vorsitzender des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Technik doch reichlich viel Zeit in Anspruch nimmt.


Herr Gerhard Funck

Seit dem 21.01.2005 ist Herr Karl Hach wieder erster Vorsitzender, da Herr Gerhard Funck bedingt durch seine geschäftlichen Belastungen, diesen Vorsitz nach einjähriger Tätigkeit wieder aufgeben musste.


Der neue Vorsitzende Karl Hach

Der CDU-Stadtverband bemühte sich in den vergangenen Jahren immer wieder darum, das menschliche Miteinander zu pflegen und für die Mitbürgerinnen und Mitbürger da zu sein, wenn sie Rat und Hilfe brauchten.

Aus gesundheitlichen Gründen steht Karl Hach für eine weitere Periode auf der Mitgliederversammlung am 23.Februar 2007 nicht mehr zur Verfügung. Als Nachfolger für den Vorsitzenden der CDU Neckarsteinach wird Gerhard Funck wieder vorgerschlagen und von den Mitgliedern einstimmig gewählt.

Ziel des Stadtverbandes war und ist stets, die Kontakte zu den Neckarsteinacher Bürgern nicht kurz vor den Wahlen zu suchen, sondern sie unter anderem auch zu Veranstaltungen einzuladen, bei denen es gesellig und fröhlich zugeht. Hier sind alle Bürger angesprochen, ungeachtet unterschiedlicher politischer Ansichten.

So fanden sich vor einigen Jahren mehrere CDU-Mitglieder zusammen, um einen  Adventsnachmittag ins Leben zu rufen, dessen Erlös behinderten und bedürftigen Mitmenschen unter uns zugute kommt. Mit einer kleinen Geste konnte vielen, darunter auch ausländischen Mitbürgern, eine große Freude gemacht und die Bezogenheit zum Nächsten direkt zum Ausdruck gebracht werden.

Bereits Tradition wurde auch unser sommerliches Grillfest vor der ehemaligen Schule in Neckarhausen mit dem schönen Blick ins Neckartal. Nicht nur unsere Mitbürger aus Neckarsteinach-Mitte und den Stadtteilen sowie unsere Mitglieder kommen immer wieder gern zu diesem Grillfest, sondern auch die Urlauber vom Campingplatz und unsere Freunde aus den Nachbargemeinden.

Über 50 Jahre CDU Neckarsteinach bedeuten langjährige harte, aber auch erfolgreiche Arbeit für die Bürger unseres Städtchens. Es gilt denen zu danken, die bereit waren und nach wie vor bereit sind, sich parteipolitisch zu engagieren und sich für die Belange der Bürger und unserer Stadt einzusetzen.

Dieser Dank löst die Verpflichtung gegenüber der jetzigen und den folgenden  Generationen aus, die begonnene Arbeit weiterzuführen. Wir hoffen sehr, dass auch künftig genügend Bürgerinnen und Bürger bereit sind, sich für die CDU Neckarsteinach und damit für die Bürger und für unsere Stadt einzusetzen.

Wir wissen, dass gerade in unserer Zeit das Ehrenamt - sei es im Gesangs-  oder Sportverein, sei es in der Kirche, sei es in den Parteien - nicht sehr gefragt ist. Viele haben die Befürchtung, die einmal begonnene Mitarbeit, das einmal übernommene Amt, nicht wieder aufgeben "zu dürfen". Dies trifft für die  CDU Neckarsteinach jedoch nicht zu. Selbstverständlich freuen wir uns über eine langjährige, intensive Mitarbeit. Den Grad und die Intensität seines persönlichen Einsatzes und Engagements kann bei uns aber jeder selbst bestimmen.

Denken Sie daran: Die Stadt Neckarsteinach wäre ohne ehrenamtliche Mitarbeit vieler Bürger nicht dort, wo sie jetzt ist. Und noch vieles kann verbessert werden. Deshalb: kommen Sie zu uns und "schnuppern" Sie doch einfach einmal herein. Wir freuen uns auf Sie!

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